In Windeseile hat sich in Röbel herumgesprochen, dass ich mit einer Gruppe aus Leipzig zelte und am Abend bis zum Beginn der Nachtruhe kommen immer neue ehemalige Schüler und es bahnen sich zwischen den ehemaligen und den Leipzigern Freundschaften an, die nach den Ferien schnell vergessen sind mit zwei Ausnahmen.
Am nächsten Tag machen wir am Vormittag einen Spaziergang durch Röbel. Während die Kinder ihre ersten Ansichtskarten kaufen und verschicken, regle ich mit der mir bekannten und befreundeten Verkaufsstellenleiterin Magda des Konsums, wie der Einkauf ablaufen wird. Ich habe diese Verkaufsstelle gewählt, weil sie auch Fleisch- und Wurstwaren führt, na und sollte es doch zu Engpässen bei der Versorgung kommen, dann weiß ich, dass Magda mich trotzdem beliefern wird.
Am Nachmittag geht es das erste Mal an den Strand. Während die Kinder sich unter der Aufsicht der Rettungsschwimmer im Wasser tummeln, liegen Frau Krüger und ich auf der großen Wiese, ich immer im Schatten, Frau Krüger mehr in der Sonne.
"Passen Sie auf, dass Sie sich keinen Sonnenbrand holen, Frau Krüger, das könnte schmerzhaft werden."
Ich ahne da noch nicht, dass mein Hinweis schon zu spät kommt. Ab und zu gehe auch ich auf die Brücke und schaue nach dem Rechten, obwohl ich weiß, dass ich mich auf die Rettungsschwimmer, echte Röbeler, verlassen kann.
Beim Abendbrot
vorbereiten sagt Frau Krüger zu mir:
"Ich habe so ein
komisches Kribbeln auf der Haut und die Haut spannt sich so."
Ich denke mir
mein Teil, sage aber:
" Es wird schon gut gehen!"
In der Nacht schlafe ich ruhig, um 6 Uhr klingelt mein Wecker. Ich strecke mich kurz, verlasse mein Zelt, um den Frühdienst zu wecken, der die Frühstücksbrötchen holen soll, da sehe ich Frau Krüger von ihren beiden Kindern umgeben schluchzend vor ihrem Zelt sitzen.
" Was ist denn?"
Ich sehe den
Sonnenbrand. Das Weinen wird stärker.
" Ich will nach
Hause," die Tränen laufen an ihren Wangen in Strömen runter. Der
kleine Michael weint gleich mit, Kerstin ist dem Weinen auch
sehr nahe. Vorsichtig streiche ich ihr über das Haar.
"Helga, das geht
aber nicht, du kannst mich nicht alleine lassen, ich muss dann
das Lager abbrechen." Unbewusst habe ich Helga und du gesagt.
" Ich heiße übrigens Eberhard, das weißt du aber ja, bleiben
wir beim Du?"
Immer noch weinend bejaht sie. Ich wecke
schnell den Ralph, der zum Bäcker die Brötchen holen soll und
mache dann vom Platzwartbüro einen Termin für Helga beim Arzt
aus. Mir wird versprochen, dass sie sofort vorgelassen wird,
wenn sie pünktlich zum vereinbarten Termin erscheint.
Als am Abend die Kinder schon schlafen, sitzen Helga und ich vor dem Wirtschaftszelt.
" Trinken wir ein Gläschen Wein?" frage ich sie, ich habe die Flasche am Nachmittag gekauft und mir von meinem Bruder zwei Weingläser bringen lassen. Helga hat schon das zweite Glas leer, sie ist sofort gesprächiger.
"Es tut schon gar nicht mehr so weh, ich glaube, es war von Anfang an nicht so schlimm, ich hatte plötzlich Heimweh. Mein Mann kennt mich eben doch sehr gut." Spricht es und fängt an zu lachen.
Von Tag zu Tag wird Helga nun lustiger und als das Ende der drei Ferienwochen immer näher rückt, ist sie es, die am liebsten noch bleiben würde.
Ende
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