Carl und Clara
Familiensaga mit wahren und dichterischen Elementen
Seite 10

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Aufregung im Haus, Maria-Pia ruft an, Carl ist am Telefon.

“Hallo Papa, ich weiß gar nicht wie ich es Dir sagen soll, bring es der Mutti bitte schonend bei, ich heirate morgen am Nachmittag!“
Carl schluckt, schweigt.

“Hallo Papa, bist du noch da?“

“Ja, so schnell und überraschend?“

“James hat es schon vor einiger Zeit beantragt, nun ist es genehmigt worden. Seine Eltern fliegen heute in West-Berlin ein und bringen alle erforderlichen Papiere mit, um 14 Uhr ist die Trauung! Können Mami und du dabei sein, vielleicht auch Onkel Otto?“

“Oh Gott Kind, die Mutti ist in den Weihnachtsvorbereitungen, du kennst sie doch, o je, wie bringe ich ihr das nur bei? Ich komme auf alle Fälle und Onkel Otto bestimmt auch. Die Mutti hat wieder mal den siebten Sinn gehabt, sie hat sich gewundert, dass du viele von deinen Urkunden mitgenommen hast. Sie wird doch wohl nicht heiraten, hat sie mir gestern Abend gesagt!“

“Ich wollte es euch ja sagen, dass es so schnell geht, damit habe ich auch nicht gerechnet. James Vater hat seine Praxis geschlossen und alle Patienten an einen Vertreter überwiesen.“
Das Gespräch geht noch eine Weile so hin und her. Pia ist gerade zum Einkauf unterwegs. Otto hat alles mitbekommen, er hat auch schon genickt und gesagt
„Ich bin dabei!“

Pia nimmt es ziemlich gelassen auf.

“Ich habe mir das schon gedacht, geh mal an den Wagen Carl und hole den Karton, da habe ich mir ein Kostüm gekauft zur Hochzeit.“ Pia lacht herzlich.
“Komisch, ob ich Hellsehen kann? Ich sollte es mal probieren, vielleicht kann ich mein Geld damit verdienen?“

“Ja und Deine Vorbereitungen für den Heiligen Abend Pia?“

“Carl alles fertig, ich habe einfach mit einer solchen Überraschung gerechnet.“

Pia ruft ihre Tochter an und teilt ihr mit:
“ Wir sind dabei, mein Schatz, wir fahren morgen früh um 8 Uhr los. Ich bringe aber den Lars mit, denn Carsten hat sich mit seiner Frau etwas vorgenommen.“

“OK Mami. Die Hauptsache, Du bist dabei.“

Es ist eine schöne Hochzeit mit dem Versprechen, eine größere Feier im Familien- und Freundeskreis im nächsten Jahr nachzuholen. Man sitzt schon wieder im Auto und fährt nach Leipzig zurück, Pia mit Lars hinten, Otto sitzt am Steuer und unterhält sich mit Carl neben ihm.
"Oma, welche Hautfarbe hat eigentlich Gott?"
Verdutzt schaut Pia ihren Enkel an. Noch nie hat sie sich darüber Gedanken gemacht. Sie versucht sich zu erinnern, was der Pastor ihr und ihren Schulfreundinnen damals im Konfirmantionsunterricht erzählt hat.

Nach seinem Ebenbild wurden Adam und Eva geschaffen, ja aber dann muss es ja eine zweite Schöpfung gegeben haben? Schwarze, Gelbe, Weiße bevölkern den Planeten Erde.

"Genau weiß ich es nicht Lars und ich glaube, die Propheten wussten es auch nicht so genau oder aber die Bibel wurde über die Jahrhunderte einfach falsch übersetzt. Heiliger Geist sagt eigentlich schon, Gott hat keine Farbe, er ist ein unsichtbarer Geist, der in unseren Köpfen existiert, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger und bei manchen gar nicht. Oder was meint ihr, Carl, Otto?"

"Besser als Du weiß ich es auch nicht, Du hast es schon gut erklärt." Otto zuckt dabei seine Schultern fragend nach Oben.
"Deine Oma weiß auch nicht alles, mein Lars, aber wir werden den Freund von Onkel Manfred fragen, der ist Pastor, vielleicht weiß er auf Deine Frage eine bessere Antwort."

"Jetzt weiß ich, was ich mal werde, Oma, ich werde Forscher. Wenn ich es dann erforscht habe, sage ich es Euch!"

Lars wird am Heiligen Abend reichlich beschenkt. Er wird später zu seiner Tante Maria-Pia nach Amerika gehen und dort studieren. Sein Ziel ist klar, er will sich mit dem Ursprung der Menschheit intensiv befassen.

Ende

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